Heavens Fall 2047 - Prolog - Kapitel 1.1 Der Angriff
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Datum 3021 LT
Datenfile/Tartessus/Blaidd
Wenn ich mich an damals erinnere, höre ich immer wieder die Schreie in meinen Kopf. Die Angst in den Augen meiner Frau bereitet mir noch heute Gänsehaut. Doch ich schweife ab, beginnen wir von Anfang an.
Ich erinnere mich noch sehr gut an einen heißen Tag. Ich denke es war der heißeste Tag des Monats. Ich war mit meiner Frau frisch verheiratet und wir verbrachten unsere Flitterwochen auf einer traumhaft schönen Insel namens Tartessus.
Mir fällt keine Insel auf unserem Planeten ein, die so unschuldig ist wie Tartessus. Schließlich blieb sie Jahrzehnte unverändert. Die Spuren der Kriege zogen an dieser friedlichen Insel vorbei. Hier gab es nichts außer Ruinen, Touristen und Naturschutzgebieten. Die einzigen militärischen Einrichtungen beschränkten sich auf einen alten Luftschutzbunker und einer Kommunikationsstation, welche in die Jahre gekommen war. Vielleicht war das der Grund für den Angriff…
Jedenfalls war es gerade später Nachmittag. Meine Frau und ich lagen noch am Strand und genossen die pralle Sonne. Es muss kurz nach Zwölf Uhr gewesen sein, als wir einen gewaltigen Knall hörten. Ich schrak auf und erblickte einen Schatten über uns, der sich vor die Mittagssonne stellte. Ich dachte erst an einen Meteoriten, der auf der Insel niederschlug. Ich erfuhr im Vorfeld von anderen Touristen das es Wochen zuvor immer wieder zu Einschlägen dieser Art kam. Doch für einen Meteoriten war das ankommende Objekt zu langsam, ich konnte eine Metallisch Glänzende Struktur erkennen. Ich ahnte nichts Gutes, als ich dieses Raumschiff ähnliche Ding auf uns zufliegen sah. Ein unangenehmes Gefühl durchzog meinen Magen, ich wusste, dass hier etwas nicht stimmt. Eine mir unbekannte Baureihe, vielleicht ein neuer Prototyp mitten auf der Touristen Hochburg Tartessus? Eher unwahrscheinlich, dachte ich. Ich packte meine Frau und sagte ihr sie sollte sofort mitkommen, doch sie wollte sich das Spektakel ansehen. Ich zerrte sie zu mir und sagte ihr, das sind nicht unsere Jungs. Egal was es ist, es würde nichts Gutes verheißen. Langsam und widerwillig schaffte ich es sie vom Strand wegzuzerren.
Ich erinnere mich an ein Blechernes Geräusch des Unbekannten Raumschiffs. Als ich nach Oben blickte sah ich Bruchteile, die sich von der Unterseite des Raumschiffes lösten und auf uns herabfielen. Ich konnte im ersten Moment nicht erkennen, um was es sich genau handelte. Ich vermutete, dass dieses Unbekannte Raumschiff, den wieder Eintritt in die Atmosphäre nicht überstanden hatte und nun auseinanderfiel. Ich wünsche rückwirkend, dass es so gewesen wäre. Doch Ich irrte mich, den es waren keine Bruchteile eines Raumschiffes die auf uns herabfielen. Es waren eigenartige Landungskapseln, die wie Bomben unter dem Schiff hingen und sich nach und nach lösten.
Voller Panik bahnte ich mir einen Weg, durch die überfüllten und engen Gassen von Tartessus. Ich hätte die anderen warnen können doch meine Frau und mein Ungeborenes Kind waren mir in diesem Augenblick wichtiger. Erst als wir es auf der anderen Straßenseite schafften, rief ich den vielen Gaffern zu, dass sie uns folgen sollen, sonst würde es ihnen schlecht ergehen.
Doch die meisten ignorierten meine Worte und schauten sich das Spektakel weiter an.
Reflexartig blickte ich beim Laufen, ein letztes Mal zum Strand, obwohl ich wusste was passieren wird, war mir klar, dass ich diesen wunderschönen Sandstrand nie mehr so sehen werden. Die Insel würde für mich niemals mehr der Paradiesische und Harmonische Ort sein, wie er es die letzten hundert Jahre war. Ich dachte nach was ich in diesem kurzen Moment aus meinem Augenwinkel gesehen hatte. Da war etwas am Horizont, waren es weitere Raumschiffe? Wenn Ja, waren wir nicht nur Zeugen eines Angriffs auf Tartessus, wir waren zeugen einer Invasion. Doch ich hatte keine Zeit großartig darüber nachzudenken, denn immerhin war der Bunker noch mehrere Straßen entfernt.
Auf unserem Weg zum Bunker mussten wir uns durch viele Touristen drängen, die diese Invasion wie ein Fest feierten. Sie machten Fotos mit ihren Kamera Gerätem, lachten und staunten über die inzwischen drei Raumschiffe, die über ihnen schwebten. Keiner von ihnen schien den Ernst der Lage zu begreifen. Es frustriert mich noch heute, wenn ich an diese Ignoranz und Naivität denke. Ich kann es einfach nicht verstehen, wie selbstgefällig sie dort standen. Wie ein Lamm das zur Schlachtbank geführt wird. Wie sie die Gefahr ignorierten und jeglichen ihrer Sinne ausschalteten und es einfach passieren ließen.
Es waren nunmehr über Hundert Jahre vergangen, seitdem der letzte große Krieg auf Adora endete.
Dass jetzt auf einer abgelegenen und paradiesischen Insel aus dem nichts dutzende, bis an die Zähne bewaffnete Raumschiffe auftauchen, die auch noch eine Bodenoffensive durchführten, schien diese Lupains nicht zu stören. Die Freude der Gaffer wandelte sich in schlagartig in pure Angst, als die Raumschiffe das Feuer auf sie eröffneten. Jetzt war auch dem Letzten von ihnen klar, dass es sich hierbei um kein Militärmanöver handelte. Wir waren fast an dem Luftschutzbunker angekommen, als wir von einer gewaltigen Druckwelle auf den Boden geschleudert wurden. Anscheinend hatte eines der Raumschiffe gezielt auf den Bunker gefeuert. Ich muss wohl mehrere Minuten Ohnmächtig gewesen sein, ich braucht einige Minuten nach dem Aufwachen, um zu realisieren was passiert war. Ich hatte ein lautes Piepen in den meinen Ohren, mein blickt schnellte nach Oben, ich wollte den Angreifer sehen, doch dort war niemand. Die Raumschiffe waren an den Hotel Anlagen und Zerstören dort die Halbe Insel. War es ein Raumschiff was weitergezogen war? War es ein Orbitaler Angriff? Fragte ich mich. Ich war mir sicher selbst einen Angriff Obitaler Schlachtkreuzer hätte dieser Bunker stattgehalten. Ich schlussfolgerte das es kein Angriff von Außerhalb der Anlage war, sondern dass jemand Sprengladungen im Bunker platziert hatte und diese kurz vor unserem Eintreffen gezündete. Während ich nachdachte wer in der Lage wäre den einzigen Schutz vor einem Angriff zu sabotieren, realisierte ich das ich das wichtigste in meinen Leben verdrängte. Es war meine Frau und mein Ungeborener Welpe, denen ich jetzt meine volle Aufmerksamkeit schenkte. Sie und andere Zivilisten lagen regungslos am Boden. Ich merkte wie jemand auf uns zu kam, ich hoffe er würde mir aufhelfen und sich um das andere Kümmern.
Doch ich irrte mich, als ich aufblickte sah ich etwas von der in über hundert Raumfahrten noch niemand Berichtet hatte.
Eine fremde Spezies stand direkt vor mir. Auf Augenhöhe starrten wir uns an. Diese gelben Augen durchbohrten mich regelrecht. Seine grün gefärbte schuppige Haut verriet mir, dass es sich um einen Kaltblüter handelte. Es war der Erste Kontakt zu einer humanoid aussehenden außerirdischen Lebensform. Es war eine Prekären lagen in der ich mich befand, ich wünschte ich hätte zu diesem Zeitpunkt meine Dienstwaffe bei mir gehabt.
Doch diese lag verschlossen in einem Safe, ich hatte sie nur für den größten Notfall dabei und hätte nie daran gedacht sie tatsächlich einzusetzen zu wollen.
Einen langen Moment starte mich der Kaltblüter an, bevor es eine Art Schrotflinte in seinen kalten Schuppigen Klauen auf mich richtete. Ich begriff sofort, wenn ich jetzt nichts unternehme, werde ich die Geburt meines Welpens nicht mehr miterleben. Ich stieß mich vom Boden und versuchte der Kreatur die Waffe aus seinen Klauen zu reißen, dabei löste sich ein Schuss, der mich knapp verfehlte.
Die Echse packte mich mit einer Hand am Hals und hob mich nach Oben. Ich staunte über die enorme Kraft dieses Kaltblüters. Beim Versuch mich zu befreien, drückte er meinen Hals zu. Nicht nur die Angst zu erstickten beunruhigte mich, ich konnte spüren wie sich seine Krallen langsam in mein Fleisch bohrten. Die Schmerzen waren fast unerträglich und ich beschloss, mich aus den Klauen der Bestien zu befreien. Doch es war unmöglich, die Echse hatte mich fest im Griff, selbst mit letzter Kraft schaffte ich es nicht mich loszulösen. Es wäre für den Kaltblüter eine Leichtigkeit mir das Genick zu brechen, doch er ließ mich weiter Zappeln. Er zeigte mir voller Stolz ein Messer, das sich wie ein Bajonett an seiner Waffe befand. Ich bin nicht sicher, ob die Kukamia überhaupt Gefühle oder Emotionen zeigen können. Doch falls ja, konnte ich eine Art Grinsen in seinem Gesicht erkennen. Mich nur umzubringen würde dieser Kreatur nicht reichen, ich sollte grausam Verbluten, vielleicht nur um zuzusehen wie er meine Frau und mein ungeborenen Welpen tötet.
Ich war entmutigt und wusste nicht was ich tun sollte, der Kaltblüter war einen Herzschlag davon entfernt mir sein Messer in den Bauch zu rammen, da erkannte ich meine vielleicht letzte Chance.
Mit aller letzter Kraft drehte ich mich Schwungvoll nach rechts, sodass ich es schaffte mit meinem rechten Bein dem Kaltblüter seine Waffe aus seinen Klauen zu reißen. Diese wurde mehrere Meter nach vorne geschleudert und bei ihrem Aufprall löste sich ein Schuss. Der Kaltblüter schien über meine Tat sehr erzürnt zu sein. Er schleuderte mich mit voller Kraft zu Boden, ich konnte kaum glauben, dass ich noch eine zweite Chance bekam. Ich hustete und fing wieder an zu Atmen für einen Bruchteil einer Sekunde schnappte sich die Echse seine Waffe und feuerte erneut auf mich. Ich konnte dem Schuss grade noch so ausweichen, doch eine der vielen Schrott kugeln traf mich am Bein. Es war zwar nur ein Streifschuss, doch diese Projektile taten wirklich weh. Ich musste versuchen solange den Schüssen auszuweichen, bis die Echse nachladen würde. Auch wenn die Echse mir Körperlich überlegen war, ihr Gepanzerter Körper schien sehr schwerfällig zu sein. Ich musste nur schneller sein, um mir einen Vorteil zu verschaffen. Mein Trick funktionierte, die Echse schaffte es nicht mich einzuholen und Schoss immer wieder an mir vorbei. Als ich grade einem weiteren Schuss ausweichen wollte, hörte ich anstelle eines lauten Schusses nur ein kurzes Klicken. Mein Plan ging auf. Der Kaltblüter hatte sein Magazin an mir leer geschossen nun versuchte er Panisch nachzuladen. Ich nutzte meine Chance und blickte auf den Boden. Ich hob binnen einer Sekunde eine Stange auf und stürmte auf die Echse zu. Mit all meiner Kraft schlug ich den Angreifer nieder, ehe er begriff was eigentlich geschah. Ich weiß nicht wie lange ich auf die Echse einschlug, ich weiß nur als ich wieder zu mir kam lag die Echse Blutüberströmt und bewegungslos am Boden. Mein ganzer Körper zitterte ich hatte noch nie in meinem Leben, selbst in meinem Militärdienst ein Lebewesen getötet. Nun stand ich dort vor einem Zerstörten Luftschutzbunker und zitterte vor Angst. Ich konnte das Blut auf meinem Fell spüren, ich wusste nicht ob es mein Blut oder das des Feindes war. Ein Blick auf meine zitternden Hände verriet mir mehr über diese Fremdrasse. Sie waren nicht nur äußerlich genau das Gegenteil von uns, auch ihr Blut schimmerte Blau. Blaues Blut, so etwas hatte ich noch nie gesehen und niemand würde so etwas Glauben. Als ich wieder meinen Blick auf das wichtigste in meinem Leben richtete, hörte ich mein Herz so laut Klopfen, dass ich es mir am liebsten aus der Brust gerissen hätte. Meine Frau und mehrere Lupains lagen immer noch regungslos am Boden, ich hoffte so sehr das es ihr gut geht und das meinem ungeborenen Welpen nichts passiert war. Doch noch bevor ich zu ihnen laufen konnte wurde ich zu Boden gezehrt. Es war die Echse, die immer noch einen Funken leben in sich trug. Der Kaltblüter ließ mich nicht zu meiner Frau. Ich hielt die Echse für Tod und konnte nicht begreifen, woher sie diese Energie hatte. Ich hätte mich damals einfach losreißen können und die Echse zum Sterben zurücklassen können. Doch nicht jetzt, nicht für das was sie uns angetan haben. Meine Frau ist vielleicht sogar Tod und mein Welpe? Ich konnte nicht und ich wollte es nicht ignorieren, ich hatte so viel Hass in mir und ich wusste genau wie ich diesen Los werden würde. Ich packte die leer geschossene Schrotflinte und stieß mit dem Messer auf diesen Kukamia ein. Es war fast unmöglich für mich in die Dick Gepanzerte Haut zu durchdringen doch mein Hass trieb mich an. Die Echse versuchte sich zu befreien, doch das Messer drang Zentimeter für Zentimeter immer tiefer in das Fleisch hinein. Ich kannte die Anatomie der Kukamia nicht, ich hoffe das zumindest das Herz an derselben Stelle sein würde, wie das unsere und ich behielt recht. Mit einem kräftigen Stoß durchdrang ich die Schuppige Haut und stieß dem Monster die Klinge mitten ins Herz. Er zuckte noch einige Sekunden dann war das Monster endgültig besiegt. Es war ein kleiner Sieg für mich den die Insel war noch voller Kaltblüter. Ich durchsuchte den Leichnam nach Munition und eignete mir die fremdartige Waffe an. So eine Projektil Waffe hatte ich zuletzt im Museum gesehen. Ich fragte mich einen kurzen Moment, wie so eine Primitive Rasse es geschafft hatte unsere Sensoren auszutricksen.
Doch ich konnte mich später das alles Fragen, jetzt war es das wichtigste nach meiner Frau zu sehen.
Als ich vor ihr stand, fühlte ich mich schrecklich. Die Liebe meines Lebens lag regungslos auf der Straße. Ich wüsste nicht was ich ohne sie tun soll, doch ich wusste nicht ob sie wirklich Tod ist. Meine Hände zitterten, als ich versuchte ihren Puls zu fühlen. Als ich den ersten Herzschlag bemerkte, fiel mir ein Stein vom Herz. Sie lebte der Rest war für mich in diesem Moment nicht wichtig.
Doch da der Luftschutzbunker zerstört war, mussten wir zurück ins Hotel. Nicht nur meine Dienstwaffe war dort, auch verfügten die meisten Hotels über eine Sicherheitsverriegelung, die diesen Kreaturen zumindest einige Stunden standhalten dürfte. Ich versuchte meine Frau zu wecken und sie kam langsam zu sich. Sie sagte mir das etwas nicht stimmt, sie habe Schmerzen. Ihr Knöchel war verstaut und sie konnte nicht mehr laufen. Ich wusste ich kann meine Frau nicht allein tragen und sie gleichzeitig beschützten. Wir brauchten Hilfe, um sicher zum Hotel zu gelangen. Meine Frau und ich kümmerten uns um die anderen, doch leider hatten einige die Explosion und die Druckwelle nicht überlebt. Während ich die Gruppe durch die Seitenstraßen führte, halfen einige anderer meiner Frau beim Laufen. Als ich die erste Nebenstraße passierte warf ich einen kurzen und bescheidenen Blick auf die Hauptstraße, ich werde nie vergessen was die Kukamia meinem Volk angetan haben. Die Echsen waren zwar nicht zu sehen, aber ihre Taten sprachen für sich. Ich habe schon ein Massaker miterlebt, doch was ich dort sah übertraf alle meine schlimmsten Befürchtungen.
Viele Lupains waren von den Kukamia einfach erschossen worden, doch das Schicksal einiger war kaum in Worte zu fassen. Ich hatte einiges gesehen in vielen Einsätzen doch diese sinnlose Grausamkeit war kaum zu glauben. Neben den vielen Hingerichteten Touristen, robbten Blutüberströmte Lupains auf uns zu. Ihr Fell war fachgerecht von ihrem Körper entfernt worden. Diese unendlichen Qualen allein schon mit anzusehen, tat mir in der Seele weh. Ich konnte meine Tränen nicht zurückhalten. Meine Frau und die anderen Überlebenden schließen sich meinen Emotionen an. Wir wussten einfach nicht, wie wir mit dieser Situation umgehen sollen.
Doch wir mussten weiter, weit weg von diesem Massaker. Das Hotel war nicht mehr weit entfernt und ich kehrte diesem Verbrechen den Rücken. Von den Tätern gab es keine Spur. Ich weiß nicht wohin diese Kaltblüter verschwanden, aber ich wusste es war nicht Sicher auf den Straßen. In jeder Ecke konnte eine dieser Kreaturen auf uns Lauern. Ich lief voran und führte uns Schließlich zum Hotel.