Heavens Fall 2047 - Prolog - Kapitel 1.2

  Während wir uns dem Hotel weiter näherten Zischte der Wind uns entgegen, es lag ein starker Geruch von Blut und verbranntem Fleisch in der Luft. Die Echsen mussten inzwischen die gesamte Insel erobert haben. Ich spürte dass wir nicht alleine Waren, ich bekam ein seltsames Bauchgefühl beobachtet zu werden. Um die Lage etwas einzuschätzen zu können, kletterte ich auf eines der Rumstehenden Autos. Ein kurzer Blick auf die Hauptstraße entlang, verriet mir dass die Kaltblüter noch nicht hier gewesen waren. Bis auf Zurückgelassene Kleidung die vom Wind weitergetragen wurde und Autos die kreuz und quer auf der Straße standen, konnte ich keine Anzeichen von Zerstörung oder Vandalismus feststellen. Trotz der entlastenden Lage Verschwand das unangenehme Gefühl beobachtet zu werden nicht. Meine Frau fragte mich inzwischen, ob wir Sicher wären, doch ich wusste es zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Ein kurzes Nicken mehr wollte ich meiner Frau nicht mitteilen. Ich beschloss mich zusammen zu reißen und so schnell es geht meine Dienstwaffe an mich zu bringen. Mit Schrotflinte im Anschlag lief ich langsam und vorsichtig weiter in Richtung Hotel. Das ganze Hotel wirkte Gespenstig, überall lagen Kleidung und Koffer wild verstreut herum, panisch schienen die Lupains das Gebäude verlassen zu haben. Die Stromversorgung schien ausgefallen zu sein, genau wie der Notstromgenerator, die Spärliche Beleuchtung sorgte für ein unangenehmes Gefühl. Obwohl ich erst vor wenigen Stunden das letzte Mal hier war, erkannte ich den Ort kaum wieder. Vor kurzem noch fühle ich mich in diesem Alten Hotel sicher und geborgen, jetzt hingegen befürchtete ich von jeder der schlecht beleuchteten Ecken in einen Hinterhalt zu geraten.

  Meter für Meter durchsuchte ich den Eingangsbereich nach Potenziellen Feinden, erst als ich mir sicher war das keine Kaltblüter auf uns lauerten, gab ich ein Handzeichen und meine Frau sowie die anderen Folgten mir ins Hotel.

  Wir haben es geschafft rief mir meine Frau entgegen und umarmte mich. Ich erwiderte ihr dass es noch ein langer Weg sei, bis wir wirklich sicher sind. Ich drehte mich in Richtung Rezeption und legte meine Waffe auf den Tresen. Anschließend sprang ich mit einem gewaltigen Satz über die Theke. Ein lautes Klimpern war zu hören, ich spürte, dass unter meinen Schuhen etwas lag. Es waren die Zimmerschlüssel, die es von den Wänden geschleudert hatte. Anscheinend hatte eine Explosion oder eine große Erschütterung für dieses Dilemma gesorgt. Während ich unseren Zimmerschlüssel mit der Nummer 237 Suchte, bemerkte ich ein Geräusch neben mir. Als ich meinen Blick in Richtung des Geräusches warf, starten mich zwei blaue Augen verängstigt an. Vor Schreck griff ich nach meiner Waffe. Ich richtete in Richtung der Augen und war kurz davor abzudrücken. Als mir „Nein bitte nicht entgegen kam wusste ich. Es war keiner dieser Kaltblüter. Der Rezeptionist starte mich mit seinen Augen an, ich hätte ihn beinahe erschossen.

  Er hatte die ganze Zeit keinen einzigen Laut von sich gegeben. Ich fragte ihn, ob er der einzige Überlebende sei. Er schüttelte den Kopf und erzählte mir das alle anderen Sicher im Keller verschanzt währen. Er sei nur hier um jeden der reinkommt zum Keller zu bringen. Ich wollte anschließend wissen, wie viele es den seien und ob sie versorgt werden. Mehrere Hundert erklärte er mir. Zudem seien auch mehrere Verletzte und unzählige Besucher dazukommen, fügte er hinzu. Als ich ihn nach Ärzten und Sanitätern fragte, bestätigte er mir eine grobe Anzahl. Es wäre eine Handvoll dort unten und würde sich grade um die Verletzten kümmern.

  Mein Blick fiel auf die Zerstörte Eingangstür mit aller Dringlichkeit wollte ich wissen, ob etwas Anderes in das Hotel eingedrungen war.

  Der Hotelangestellte schaute sehr irritiert, er wollte wissen von was ich genau Spreche.

  Als ich ihm die Sachlage erklärte wollte, unterbrach er mich. Er wollte wissen ob die Nördlichen Staaten angegriffen hatten, als ich meinen Kopf schüttelte, fragte er nach einer anderen Fraktion. Bevor er jedoch nach alle Fraktionen fragen konnte, wies ich ihn auf etwas hin. Er schien das Blaue Blut auf meinem Fell und meiner Kleidung nicht gesehen zu haben.

  Erst als ich ihn daraufhin hinwies, starrte er mich einen langen Moment an. Oh mon dieu sagte er und fasste sich an den Kopf. Entsetzt schaute er mich an, er wollte wissen wem dieses Blut gehörte.

  Unverblümt sagte ich ihm, dass es einem Kaltblüter gehört, einer von unzähligen hier auf Tartessos. Fast selbstverliebt berichtete ich ihm von dem Angriff, ich vergaß dabei kein Detail und schilderte es, wie ich einen Dienstherrn berichten würde. Selbst meine Dienstausweiß zeigte ich dem am Bodenliegenden Hotelangestellten, als Beweis das meine Geschichte stimmt.

  Doch anstelle uns zu helfen oder überhaupt irgendetwas zu tun, hörte ich nur ein räuspern und ein leises Atmen. Das war das einzige was mir verriet das der Hotelangestellte nicht zwischen durch Verstorben war.

  Ich war sauer, dass er immer noch wie ein Tropfen elend dort in der Ecke saß. Rückblickend betrachtet war es vielleicht eine überstürzte Handlung und doch hatte sie Erfolg. Ich blickte auf den Tresen und schnappte mir die Echsen Waffe. Ich richtete sie auf den Hotelangestellten. Ich fragte genervt, ob er jemals so eine Waffe gesehen hätte. Als er nach einem kurzen Schreckmoment ein „Nein“ erfolgte. Sagte ich ihm, er soll seinen Arsch vom Boden bewegen und mir helfen den Hotelschlüssel 237 zu suchen. Sonst würde gleich Rotes Blut an meinem Körper kleben.

  Er verstand die Drohung und sprang wiederwillig auf. Sie können mich Taigh nennen, warf er mir entgegen. Ich war überrascht als er mir seine Hand entgegenstreckte, nachdem ich diese kurz aber festdrückte. Fragte ich Taigh einige Dinge Er half mir bei der Suche nach unserem Schlüssel, doch die Suche erwies sich als sehr schwierig, ich hatte große Probleme bei dieser Dunkelheit überhaupt eine der Zahlen zu sehen.

  Während wir verzweifelt den Schlüssel suchten, wollte ich von Taigh wissen was mit der Stromversorgung los ist und ob es einen Notfallgenerator gibt.

  Er drehte sich zu mir und sagte, die Stromversorgung sei intakt, um nicht aufzufallen hatten sie diese Absichtlich Abgestellt.

  Ich schaute ihn verdutzt an, es war das sinnloses was ich je gehört hatte. Das ist ein Klasse 4 Hotel und wie jedes Klasse 4 Hotel verfügt dieses noch über eine Notfallverriegelung. Das würde zumindest verhindern dass die Echsen hier durch spazieren.

  Er versuchte mir dann zu erklären, dass wenn wir uns ruhig verhalten würden, die Echsen nicht kommen würden. Zudem könnten andere hier Unterschlupft finden.

  Skeptisch schaute ich ihn an, was sollte den die Kaltblüter aufhalten? Die Demolierte Tür in der jeder ein und ausspazieren kann. Wenn die Echsen kommen und das werden sie, dann werden sie jeden Lupain auf ihren Weg töten. So wie sie es den ganzen Tag bereits gemacht haben. Also Taigh sagte ich, sorg dafür dass die Sicherheitsverriegelung unten ist. Niemand kommt rein, niemand geht raus, dann sind wir zumindest eine Zeit lang sicher.

  Er erzählte mir anschließend, dass seitdem Angriff der Manager nicht aufzufinden sei. Niemanden hatte ihn seit Stunden gesehen.

  Ich erwiderte dass er die Schlüsselsuche abbrechen sollte, bei den hunderten Schlüsseln auf den Boden, würde es ohne ausreichend Licht mehrere Stunden dauern sich durchzuwühlen bis man den richtigen hat. Er sollte mir eher den Keller zeigen und mir helfen einige Verwundete dort hinzubringen. Immerhin mussten die Verletzten die wir mitgebracht hatten versorgt werden.

  Als er nach meiner Frau fragte, gestand ich dass sie kaum Verletzt wäre, dennoch flüstere ich ihm ins Ohr. Sie sei Hochschwanger und durch eine Explosion auf den Boden geschleudert wurde. Ich bestand darauf das sich der Arzt zuerst, um meine Frau Kümmert und mir Mitteilt, ob alles in Ordnung wäre.

  Er nickte und bat dass wir ihm folgen, während ich einem der verletzten beim Laufen half, gingen wir langsam in Richtung Keller. Jetzt war auch der letzte Strahl Tageslicht verschwunden und wir standen vor einem Pechschwarzen Durchgang.

  Bevor wir die Treppen zum Keller erreichten, meinte Taigh wir sollten warten. Wage konnte ich erkennen wie er langsam vor einer Fluoreszierenden Tür stand. Ein lautes Metallisches Klopfen war zu hören, es war Taigh der Kräftig gegen die Tür schlug. Er wiederholte diese Prozedur zwei weitere mahle.

  Es wurde Still und Minuten lang passierte gar nichts, Taigh wiederholte das Klopfen. Ungeduldig fragte einer der Verletzten auf was wir hier warten. Doch noch bevor Taigh antworten konnten, waren Schritte zu hören, die immer schneller auf uns zukamen. Jemand schien vor der Tür zustehen und zog diese langsam auf. Ein lautes knarzen durchzog das gesamte Hotel. Ich war mir fast sicher, falls eine Echse in der Nähe war. Wurde sie durch dieses laute Geräusch auf uns aufmerksam.

  Die Tür öffnete langsam und ein Strahl geballten Lichtes schien uns entgegen, es war so Hell das ich mich wegdrehten musste. Eine Hotelangestellte die völlig verängstig schien, richtete ihre Taschenlampe uns entgegen. Wir sollten der Dame in den Keller folgen und während uns Taigh die Tür aufhielt, liefen wir immer noch etwas geblendet langsam in das Untergeschoss hinein.

  Es war nicht nur ein einfacher Hotel Keller, mir fielen Sofort die vielen Schwer gepanzerten Türen ins Auge mit ihren Zentimeter dickem Metall Verstärkungen konnten sie jedem Angriff standhalten.

  Mit alten Petroleum und einer Menge Taschenlampen die wild verteilt im Keller verstreut waren, schaffte die Lupains eine fast Tagehelle Beleuchtung.

  Es reichten nur wenige Meter hinter der Tür bis mir der starke Geruch nach Blut, durch die Nase schoss. Ich vermutete das Verletzten nicht weit von uns entfernt war. Ich behielt recht mit meiner Vermutung den nur wenige Meter weiter konnte ich unzähligen Stellbetten sehen, die im Ganzen Untergeschoss verstreut waren. Kinder weinten und suchten ihre Eltern, die wiederrum suchten nach ihren Kindern. Es war ein Alptraum der sich uns entgegen Bot.

  Meine Frau wollte grade schon umdrehen, sie konnte diese endlose Trauer kaum auszahlten.

  Doch hier unten waren wir wenigstens Sicher, denn es war kein einfacher Keller. Es war ein alter Bunker unter dem Hotel, ich überzeugte sie dass wir gleich wieder auf unser Zimmer gehen können, sie sollte sich nur gedulden.

  Ein Blutverschmierter Zivilist kam auf mich zu, er blickte schreckhaft auf die Waffe die ich mit mir führte. Er schien irritiert als er Blaues Blut an meiner Kleidung sah.

  Haben sie eins dieser Dinger getötet wollte er wissen. „Ja“ antwortete ich kurz und knapp.

  Er schaute mir ehrfürchtig in die Augen und streckte mir die Hand aus. Gut gemacht sagte er

  Ich ignorierte ihn und fragte nach einem Arzt, mehrmals wiederholte ich mein Anliegen.

  Doch niemand Antwortete, ich hätte fast einen Schuss abgeben um auf mich aufmerksam zu machen, da stoppte mich der Blutverschmierte Zivilist. Er meinte er könne verstehen was ich durchgemacht habe und würde mir helfen. Auf die Frage, ob er denn Arzt sei, nickte er wiederwillig.

  Als er fragte was sie hätte, erklärte ich ihm meine Prekäre Lage. Er wimmelte mich ab und sagte mir er hätte für so etwas keine Zeit. Doch ich ließ nicht locker und bettelte fast das er sich um meine Frau kümmern sollte. Er lenkte ein und Verschwand mit meiner Frau hinter einen der vielen Vorhänge.

  Ich habe mich in meinen Leben zu keinem Zeitpunkt schlechter gefühlt, als in diesem Moment, diese Ungewissheit ob meinen Kind etwas passiert wäre, ob wir jetzt entbinden müssten. Die ganze Geschehen um uns herum, ich brauchte eine Ablenkung. Daher lief ich mehrmals im Kreis, bis sich schließlich der Vorhang öffnete. Mein Herz klopfte so laut, dass ich sogar befürchtete jemand in der Nähe könnte es hören.

  Meine Augen durchbohrten ihn förmlich, ich wartete auf eine klare Antwort. Doch er ging ohne eine Mimik zu verziehen an mir vorbei. Es ist alles in Ordnung rief meine Frau fast Zeitgleich mir entgegen.

  Entspannt sackte ich zusammen und setzte mich auf den auf den Kalten Boden. Nervös und Zittern saß ich am Boden und versuchte mich abzulenken. Ich wusste jetzt einen klaren Kopf behalten war das wichtigste, doch der Geruch nach Blut und Innereien, die Schreie und die Ungewissheit was alles dort draußen lauert machte mir zu schaffen. Ich wusste ich brauche eine Ablenkung vielleicht sogar eine Entspannung, doch alleine jetzt zur Bar zu laufen, die Hinter Zentimeter dicken Türen auf der ersten Etage des Hotels war, doch ich war komplett Resigniert.

  Da fiel mir eine Zigaretten Schachtel ein, die ich mit mir trug. Seit drei Jahren hatte ich nicht mehr Geraucht, ich wühlte tief in meine Tasche und holte eine zerdrückte und zerbeulte Schachtel Zigaretten hervor. Es war ein trauriger Anblick mir diese elende Schachtel anzusehen, immerhin hatte ich geschworen das ich Aufhöre zu Rauchen. Die Schachtel hatte ich immer dabei, als Erinnerung an meine Grundausbildung bei Mobilen Infanterie. Als ich sie öffnete erblickte ich grade einmal drei Zigaretten eine davon war geknickt und zum Rauchen eher unbrauchbar. Auch eine Patronen Hülse war dort drin. Auf dem Jahrmarkt hatte ich damals, ein großes Stofftier für meine Frau ergattert. Es war der erste Abend den ich mit meiner Frau zusammen verbrachte an dem Abend verliebten wir uns. Mit zitternden Fingern griff ich mir eine der Zigaretten und Zündete sich mit meinem Dienstfeuerzeug an. Man hätte die Luft mit einem Messer schneiden können, so stickig war es hier unten. Die Belüftung schien wohl wegen des Abstellend des Stromes nicht zu funktionieren. Dennoch rauchte ich genüsslich in aller Ruhe meine Zigarette. Nach kurzer Zeit der Entspannung kam einer der Hotelangestellten auf mich zu und befahl mir die Zigarette sofort aus zu machen, ich zeigte ihn meinen Dienstausweis damit er mich in Ruhe lässt. Doch er ließ nicht locker und forderte mich erneut auf die Zigarette zu auszumachen.

  Ich bat ihn näher zu kommen und strich mit meiner Hand über die erbeuteten Echsenwaffen.

  Wenn du auch so eine hast mach ich die Zigarette sofort aus, scherze ich. Ich fügte ein „Ansonsten kannst du mich mal“ hinzu.

  Ohne mit der Wimper zu Zucken, drehte der Angestellte sich um und verschwand Kommentarlos.